Pool-Erinnerungen
Es war das erste Mal, dass wir gemeinsam im Schwimmbad waren.
Sie stand bis zu den Schultern im Wasser. Ihre kurzen blonden Haare klebten in feinen Strähnen an ihrem Gesicht, kleine Tropfen liefen über ihre Haut und ihre grünen Augen fanden meine, als hätten sie längst auf diesen Moment gewartet.
Ich schwamm langsam auf sie zu.
Nicht, weil ich musste.
Sondern weil ich jede Sekunde zwischen uns auskosten wollte.
Als ich sie erreichte, legte ich meine Beine sanft um ihre Hüfte. Ihre Hände fanden wie selbstverständlich den Weg an meine Taille. Fest genug, damit ich mich fallen lassen konnte. Sanft genug, damit ich jede Berührung spürte.
Das Wasser trug uns.
Die Stimmen um uns herum verschwammen zu einem fernen Rauschen. Menschen liefen vorbei, Kinder lachten, irgendwo platschte Wasser.
Für uns existierte davon nichts mehr.
Es gab nur ihre Augen.
Nur diesen Blick, der sich nicht lösen wollte.
Sie lächelte.
Dieses langsame, gefährliche Lächeln, das mehr versprach, als Worte jemals hätten sagen können.
Ich hob meine Hand und strich eine n**se Strähne aus ihrem Gesicht.
Für einen flüchtigen Augenblick schloss sie die Augen.
Als sie sie wieder öffnete, war sie mir noch ein kleines Stück näher.
So nah, dass sich unsere Atemzüge berührten.
So nah, dass zwischen uns kaum mehr als ein Gedanke Platz hatte.
Ihre Stirn streifte meine.
Ihre Nasenspitze meine.
Niemand bewegte sich.
Niemand wollte diesen Augenblick zerstören.
Dann trafen sich unsere L****n.
Ganz langsam.
Nicht hungrig.
Nicht stürmisch.
Eher wie zwei Menschen, die längst wussten, dass dieser Kuss irgendwann passieren würde.
Das Wasser schaukelte uns sanft hin und her.
Sie hielt mich ein wenig fester.
Ich lächelte in den Kuss hinein.
Und für diesen einen Moment fühlte es sich an, als hätte die Welt aufgehört, sich zu drehen.